Weihnachten ist toll, sogar wenn Weihnachten längst vorbei ist. Aber Herrchen und Frauchen vergessen manchmal die tollen Sachen weg zu stellen. Und das ist dann meine Chance.
Heute war es soweit, schon am Morgen habe ich sie entdeckt, belgische Trüffelpralinen. Anvisieren und nicht mehr aus den Augen lassen. Und hoffen, dass sich ein unbeobachteter Moment ergibt.
Und dann war es soweit, niemand war mehr im Raum.
Langsam anschleichen, vorsichtig die Verpackung vom Tisch heben, den Deckel öffnen, die Folie wegdrücken und da liegen sie, herrliche Pralinen, tief einatmen und schwupps, war die erste verdrückt, dann die zweite, dritte...
Uhhhh... die Tür ging auf, Herrchen und Frauchen waren wieder da. Und Herrchen polterte los, drückte mich brutal von meiner Beute weg...
Danach herrschte eine ziemliche Weile ganz schön dicke Luft.
Ich hätte den beiden vielleicht doch etwas übrig lassen sollen. Obwohl... das war so lecker... neee, meine Beute ist meine Beute. Herrchen nimmt mir eh zu oft die Beute weg...

Heute hab ich wieder meinen Haushaltstag und durfte lange schlafen.
Nachdem ich wach war, wollte ich Gassi gehen und Frauchen hat natürlich sofort verstanden, was ich will. Hab sie ja gut erzogen. Sie ist eine etwas andere Runde gelaufen, wo ich noch nie war und da musste ich einfach auf jeden Heuhaufen, auf jede Plastikplane und überall schnüffeln. Hach wie herrlich, hier roch es nach niemanden, also überall meine Marke gesetzt.
Doch Frauchen wollte wieder zurück, murmelte was von nassen Schuhen und Strümpfen. Was auch immer das sein mag. Na warte, nicht mit mir. Am Ende der Runde, neben dem Gehege meiner geliebten Ziegen Hinterbeinchen angehoben und Leidensblick aufgesetzt. Frauchen natürlich sofort besorgt guckte sich mein Bein an. Oh, das Frauchen von den Ziegen war gerade vor ihrem Haus und konnte sehen, was Frauchen macht, prima. Vielleicht fühlt sich Frauchen ja gleich noch schuldiger. Frauchen meinte alles in Ordnung und wollte weitergehen. Also einfach hinsetzen und Füschen knabbern und noch leidendere Miene aufsetzen. Bingo! Also wurde mein Bein nochmal genauestens inspiziert und auch das Ziegenfrauchen guckte neugierig rüber und das Herrchen von Jetsia guckte auch schon. Frauchen war die Lage sichtlich unangenehm und sie zog mich weiter. Denkste! Ich hab mich alle fünf Meter wieder hingesetzt und hektisch an meinen Zehen geknabbert, doch Frauchen ließ sich nicht erweichen und zog mich nach hause. So schnell ist sie schon lange nicht mehr gelaufen. Sie sagte was von "zuhause guck ich mir das genauer an" und lies mich auch nirgends mehr schnuppern. Menno, so hab ich mir das aber nicht vorgestellt. Zuhause hab ich dann wieder das Beinchen hochgehalten. Los, beschäftige dich mit mir, ich bin wach! Nach eingehender Untersuchung sagte sie nur was von "du haarst aber ganz schön". Musst du mich beleidigen, kann ich was dafür, daß es so kalt ist und mein Sommerfell zu dünn ist? Doch was war das? Sie stellt meinen Fuß wieder hin und lässt mich aufstehen. Eh! *Beinchenhochreiss* Sie nimmt mein anderes Hinterbein hoch und stützt mich ab. Menno, da muss ich ja das Bein belasten. Stelle mich auf die Zehenspitzen. Frauchen grübelt, was es sein könnte. Jetzt nimmt sie auch noch mein entgegengesetztes Vorderbein hoch. Hilfe, auf zwei Beinen stehen ist wackelig. Aber Hauptsache du spielst mit mir!. Jetzt werden meine Beine wieder losgelassen. Oh prima. *Beinchen wieder hochhalt* Frauchen scheint was gewittert zu haben. Sieh geht zu meinen Leckerli und nimmt einen raus. Ich komme angehumpelt. Sie läuft die Treppe hoch und sagt belustigt "na komm und hols dir". Freudestrahlend stürze ich auf sie zu und die Treppe hoch. Mist, jetzt hab ich mich verraten. Aber ich bekomme das Leckerli und Frauchen muss lachen. Siehst du, mit mir hast du immer was zu lachen, Frauchen!
Was für ein öder Tag.
Ich liege gelangweilt im Büro und beobachte das geschäftige Treiben meiner Mitarbeiter in der Halle: Neue Ware annehmen, auspacken, einsortieren und bestellte Ware verschicken. Ich gebe zu, ich war ein wenig dösig.
Plötzlich ein durchdringender Signalton. Und die Menschen begannen durcheinander zu wuseln.
Herrchen rief: "Feueralarm! Alles raus hier!"
Alle Mitarbeiter verliessen das Büro und die Halle. Alle gingen raus. Alle? Nein. Ein armer Yuki blieb allein und vergessen im Büro zurück.
DIE WELT IST SO UNGERECHT!
Herrchen hat gemeint, ich sei wichtig. Da erzählt er ja nichts neues. Sowas triviales weiss ich selbst! Aber er hat eine andere Webseite gefunden, die eine interessante Möglichkeit der Popularisierung gefunden hat: Man baut seine eigene Stadt und animiert andere, auf einen Link zu klicken, jeder Klick ist ein weiterer Einwohner. Eine solche Stadt hat Herrchen mir spendiert: Yukis Stadt. Momentan bin ich der einzige Einwohner, was vielleicht etwas wenig ist. Also siedelt alle zu mir über: Willkommen in Yukis Stadt.
Eigentlich fing es gestern bereits an.

Am Abend geh ich immer noch mal kurz raus, mir die Füße vertreten und hier und da einen Abendgruß zu hinterlassen. Für einen Hund ist es nämlich sehr wichtig, möglichst als erster die brandheissen News zu hinterlassen.

Aber gestern war es anders. Es regnete. Und das Laufen fiel mir schwer. Und Herrchen, der grobe Klotz kriegt erst was mit, wenn man sich demonstrativ vor ihn hinstellt, ein Hinterbein anhebt und äußerst kläglich schaut. Aber das wirkt dann immer. Ich hab dann fast das Gefühl, meine Leute leiden dann aus Solidarität immer mit.

Herrchen untersuchte dann sofort meine Hinterpfote. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte keinen Schmerz zu zeigen. Denn Schwäche ist schlecht für die Hirarchie! Herrchen grummelte dann etwas von "blöder Hund, kann ruhig mal sagen, wo es weh tut!"

Wir haben also mehr schlecht als recht den Rundgang beendet. Herrchen war nett, hat mich über die Schwelle getragen, die Treppe hoch und ab ins Bett. Typisch Frauchen, konnte sich nicht verkneifen zu sagen: "Ach, sind wir wieder ins Welpenstadium gefallen?"

Sieht sie denn nicht, wie sehr ich leide? Das bisserl Tragen ist nun wirklich das mindeste!

Heute Morgen habe ich dann Herrchens Hoffnung zerstört, dass wieder alles gut sei. Herrchen und Frauchen tuschelten miteinander. So was mag ich nicht. Das riecht immer so nach Verschwörung.

Und richtig! Auf meine Nase kann ich mich verlassen. Natürlich ging es zum Tierquäler. Und bereits im Wartezimmer ging es los. Manchmal hasse ich es, daß wir Hunde so klatschsüchtig sind. Denn dort waren schon zwei Artgenossen und was die zu erzählen hatten, da wurde mir gleich ganz anders. Insbesondere ein älterer Herr, hatte Stories zu erzählen. Ein junger Labrador war schon ganz fertig und zitterte. Und als der Alte, ich glaub es war ein Dackel, seine Story noch einmal von vorne anfing zu erzählen und noch gehörig ausschmückte und dabei selbst sich aufregte, dass er gleich mehrere Häufchen fallen liess, da konnte sogar so ein mutiger Shiba Inu wie ich ein Zittern nicht mehr unterdrücken.

Also zitterten wir drei um die Wette.

Irgendwann war ich an der Reihe. Es ging vom Vorhof der Hölle in die Hölle. Dann hoch auf den Opferplatz. Dann kam der Oberteufel auf mich zu. Ich mußte mich hinlegen. Ich sträubte mich. Der unbarmherzige Griff zwang mich aber nieder. Mein Kopf knallte auf den harten Tisch. Meine Beine fanden keinen Halt. Schnappversuche wurden im Keim erstickt. Ich schloss mit meinem Leben ab.

Aber die Hölle wäre nicht die Hölle, wenn es so einfach wäre. Ich durfte aufstehen. Der Griff verschärfte sich. Harter Griff an die Beine. Zähne zusammenbeissen. Keine Schwäche zeigen. Der Griff wurde kräftiger. Meine Hüfte wurde unsanft berührt. In meiner Kehle rührte sich ein Gurgeln. Mein Hüftgelenk wurde gedreht und gezerrt. Und da brauch es aus mir raus. Schreiend und laut heulend führ alles aus mir heraus. Es war nicht mehr zu unterdrücken. Ich drehte meinen Kopf, fletschte die Zähne. Ich wußte gar nicht wie laut ich sein konnte. Der Höllenmaster störte ssich nicht daran. Mein Heulen steigerte sich zum Kreischen. Ich war drauf und dran Schaum vorm Maul zu haben. Dann hörte der grobe Griff plötzlich auf. Ich zitterte. DIe Beine wollten nicht mehr, ich wollte nicht mehr. Pause. Dann das Unwort: "Spritze". Ich wußte, das Ende war nunmehr nah. Unaufhaltsam.

Als der Pieks kam, war ich schon fast über der Schwelle. Mehr als ein fauchendes Knurren ging nicht mehr. Ich bin fertig. FIx und alle. Nur raus hier.
Herrchen sah es wohl ähnlich. Er zahlte meine Kaution, 30,- und raus hier. Nichts wie weg.

Den Rest des Tages verbringe ich schlafend. Lasst mich bloß in Ruhe. Ich bin der Hölle entkommen.
Heute sollte nun Agility stattfinden.
Das schönste vorweggenommen: Ich durfte ohne eine blöde Leine in den Garten. Herlich! Herumschnuppern, mit Herrchen und Frauchen herumtoben, zwischendurch die Katze ärgern oder entspannt im Gras liegen. So kann jedes Wochenende anfangen!

Einen Moment entspannen und dabei...

...die Katze entdecken!

Aber dann wurden Herrchen und Frauchen so angespannt. Meine Tobe-Begeisterung war jedenfalls weg, denn es lag etwas in der Luft.
Und richtig. Beide riefen mich zu sich heran. Und dann mußte ich um so blöde Stangen herum. Und das nur, weil ich doch unbedingt das Leckerli haben wollte, was mit Herrchen vor die Nase hielt! Kann er mir das nicht so geben?

Slalom

Und dann versperrte mir auch noch so eine blöde Stange den Weg.
Die Hürde ist nervig, war zum Glück nicht so hoch.

Danach mußten die den blöden Tunnel ausprobieren, naja, ich mußte natürlich, die ham sich ja nicht getraut. War ganz einfach: kurz rein, Leckerli rausgeholt und wieder raus.

Ich gebe es zu, ein wenig unheimlich war der Tunnel schon. (Auf dem Foto sieht man zum Glück nicht, daß ich nicht komplett durchgelaufen bin, nur zwei drei Schritte rein.

Zum Glück ließen es Frauchen und Herrchen dann genug sein. und ich durfte endlich wieder rein. Mann! Wieso mußten die mich mit so einem Scheiss nerven?
Im Endspurt zurück ins Haus.
Habe ich mich gestern noch so über mein Geburtstagsgeschenk gefreut, hat mich Herrchen informiert, dass ein Set nicht vollständig sei. Beim Springring fehlen zwei Stangen.
Schade! vgl. mit dem Bild vom vorherigen TagBild
Herrchen versuchte, meine Enttäuschung zu dämpfen, er habe schon mit der Firma Kontakt aufgenommen und hofft, dass die fehlenden Stangen nachgeliefert werden.
Er hat denen eine Frist gesetzt. Nächste Woche Freitag weiss ich mehr. Ich bin mal gespannt, was Herrchen dann macht. So wie ich Herrchen kenne, scheidet Kopfabbeissen wohl aus...
Zum Ausgleich hat er noch einen Tunnel gekauft.
Tunnel.
Heute rückt Herrchen doch damit raus,dass ich am 26.März vier Jahre alt geworden bin.
Also wenn ich ehrlich bin, war mir das eigentlich egal. Bis er sagte, dass die Menschen sich Geburtstagsgeschenke machen.
Ich hab erst einmal gefragt, wie oft man denn Geburtstag hat. Denn ich hab ziemlich viele Freunde,wenn ich denen allen was schenken muß, wenn ich Geburstag habe.... das wird teuer.
Herrchen lachte: "Nein du Dusselchen, wenn man Geburtstag hat bekommt man Geschenke! Und von uns bekommst Du eine Herumtobebahn."
Herumtobebahn? Was mag das nur sein? Herrchen sagte schnippisch: "Agility".
Ach soooooo. Sag das doch gleich.
Wir sind ins nächste Geschäft gefahren, hieß Fressnapf. Sah aber anders aus. Nicht so rund, nicht aus Stahl, mehr wie ein Haus und man konte hineingehen. Das darf man in meinen Fressnapf natürlich nicht, da darf nur Futter rein. Ich gebe zu, ich war verwirrt und blieb lieber im Auto.
Als Herrchen und Frauchen zurückkamen, hatten sie drei lange Pakete dabei: Slalomstangen, Springring und Hürde. Bin ja mal gespannt, wie man damit Agility machen kann. Herrchen hat mir versprochen, das am Wochenende auf jedenfall auszuprobieren. Neues Ausprobieren, ist toll.
Slalomstangen, zwei Hürden und der Springring
Merkwürdiges Wochenende: Sonntags bin ich es gewohnt, daß Herrchen aufsteht und ich dann gleich ins noch warme Bettchen hüpfen darf und dann noch ein paar Stunden abratzen kann.

Doch heute war es anders. Frauchen und Herrchen sind aufgestanden, Herrchen scheucht mich aus dem Bett hoch und ich denke: Nanu? Ist mir der FIlm gerissen? Ist heute schon Montag?

Als dann Frauchen das Haus verläßt und Herrchen ins Wohnzimmer geht, ist endgültig verkehrte Welt. Es fühlt sich an wie ein Wochentag aber Herrchen bestätigt, es sei wirklich Sonntag.

Also ab in den Sessel, eingekringelt und schlafen.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, irgendwas habe ich vergessen. Ich stupste Herrchen an, meist weiss er solche achen nämlich auch. Und bingo! Er sprang wie von der Tarantel gestochen auf, schaute auf die Uhr und rief: Oh, schon 16 Uhr, wir haben das Gassigehen vergessen.

Wußt ich's doch. Der Sonntag war anders.

Aber ist schon schön, wie ich meine Menschen abgerichtet habe, wissen sofort was ich will. Ich bin so stolz auf mich!

Herrchen ist sooooo ein Ekel. Hat mir keine Zeit gelassen, meinen letzten Triumph so richtig zu geniessen.

Aber der Reihe nach. Vor einiger Zeit muß mich irgend so ein Mistding von Zecke gebissen haben. Die Stelle jedenfalls wurde immer dicker, juckte, selbst reinbeissen half nicht. Herrchen meinte, ich hätte schon ein richtiges Loch im Fell!

Auch Frauchen verfolgte das ängstlich. Und heute scheint sie Herrchen rumgekriegt zu haben.

Denn er fuhr doch tatsächlich mit mir zum Tierarzt.

Ich hatte gleich ein mulmiges Gefühl, als ich ausstieg.

Als wir dann hinein gingen und ich das verhaßte Behandlungszimmer sah, kamen die Erinnerungen wieder in mir hoch: uhhhh... diese Schmerzen, diese höllischen Schmerzen. Nur durch lautes Schreien zu ertragen... (Anm. Webmaster: Es war ein kleiner Pieks Du Hypochonder!)

Ich jedenfalls schneller als ich rein bin wieder rückwärts raus! Auf den Boden knallen und schwer machen. Das klappt schon beinahe reflexmäßig.

Argh! Herrchen hat nen ziemlichen festen Griff!

Ok. Plan B: Zittern wie Espenlaub, Schwanz abrollen, Kläglicher Blick. Das klappt immer!

Mist. ich werde auf den Behandlungstisch gehoben.

Also noch mehr zittern. Den Schwanz zwischen die Beine kneifen. Gleich würde es losgehen, gleich werden sie beginnen, die Schmerzen, unerträgliche Schmerzen. Oh tu ich mir leid. Was werde ich leiden müssen. Ob ich sterben muß? Ob Frauchen mich beweinen wird? Oje, oje. In der Blüte meines Lebens dahingerafft.

(Anm. Webmaster: Aufwachen Dummerchen, alles vorbei!)

Oh. Stimmt, Herrchen unterhält sich mit meinem Peiniger. Ich scheine keine Rolle dabei zu spielen. Na dann entspanne ich mich mal. Meine Schauspielerei scheint also gewirkt zu haben. Nichts ist passiert!

Hach bin ich gut. Ob ich dafür einen Oscar kriege?