Shiba-Show zum Dritten

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Eigentlich fing es gestern bereits an.

Am Abend geh ich immer noch mal kurz raus, mir die Füße vertreten und hier und da einen Abendgruß zu hinterlassen. Für einen Hund ist es nämlich sehr wichtig, möglichst als erster die brandheissen News zu hinterlassen.

Aber gestern war es anders. Es regnete. Und das Laufen fiel mir schwer. Und Herrchen, der grobe Klotz kriegt erst was mit, wenn man sich demonstrativ vor ihn hinstellt, ein Hinterbein anhebt und äußerst kläglich schaut. Aber das wirkt dann immer. Ich hab dann fast das Gefühl, meine Leute leiden dann aus Solidarität immer mit.

Herrchen untersuchte dann sofort meine Hinterpfote. Ich biss die Zähne zusammen und versuchte keinen Schmerz zu zeigen. Denn Schwäche ist schlecht für die Hirarchie! Herrchen grummelte dann etwas von "blöder Hund, kann ruhig mal sagen, wo es weh tut!"

Wir haben also mehr schlecht als recht den Rundgang beendet. Herrchen war nett, hat mich über die Schwelle getragen, die Treppe hoch und ab ins Bett. Typisch Frauchen, konnte sich nicht verkneifen zu sagen: "Ach, sind wir wieder ins Welpenstadium gefallen?"

Sieht sie denn nicht, wie sehr ich leide? Das bisserl Tragen ist nun wirklich das mindeste!

Heute Morgen habe ich dann Herrchens Hoffnung zerstört, dass wieder alles gut sei. Herrchen und Frauchen tuschelten miteinander. So was mag ich nicht. Das riecht immer so nach Verschwörung.

Und richtig! Auf meine Nase kann ich mich verlassen. Natürlich ging es zum Tierquäler. Und bereits im Wartezimmer ging es los. Manchmal hasse ich es, daß wir Hunde so klatschsüchtig sind. Denn dort waren schon zwei Artgenossen und was die zu erzählen hatten, da wurde mir gleich ganz anders. Insbesondere ein älterer Herr, hatte Stories zu erzählen. Ein junger Labrador war schon ganz fertig und zitterte. Und als der Alte, ich glaub es war ein Dackel, seine Story noch einmal von vorne anfing zu erzählen und noch gehörig ausschmückte und dabei selbst sich aufregte, dass er gleich mehrere Häufchen fallen liess, da konnte sogar so ein mutiger Shiba Inu wie ich ein Zittern nicht mehr unterdrücken.

Also zitterten wir drei um die Wette.

Irgendwann war ich an der Reihe. Es ging vom Vorhof der Hölle in die Hölle. Dann hoch auf den Opferplatz. Dann kam der Oberteufel auf mich zu. Ich mußte mich hinlegen. Ich sträubte mich. Der unbarmherzige Griff zwang mich aber nieder. Mein Kopf knallte auf den harten Tisch. Meine Beine fanden keinen Halt. Schnappversuche wurden im Keim erstickt. Ich schloss mit meinem Leben ab.

Aber die Hölle wäre nicht die Hölle, wenn es so einfach wäre. Ich durfte aufstehen. Der Griff verschärfte sich. Harter Griff an die Beine. Zähne zusammenbeissen. Keine Schwäche zeigen. Der Griff wurde kräftiger. Meine Hüfte wurde unsanft berührt. In meiner Kehle rührte sich ein Gurgeln. Mein Hüftgelenk wurde gedreht und gezerrt. Und da brauch es aus mir raus. Schreiend und laut heulend führ alles aus mir heraus. Es war nicht mehr zu unterdrücken. Ich drehte meinen Kopf, fletschte die Zähne. Ich wußte gar nicht wie laut ich sein konnte. Der Höllenmaster störte ssich nicht daran. Mein Heulen steigerte sich zum Kreischen. Ich war drauf und dran Schaum vorm Maul zu haben. Dann hörte der grobe Griff plötzlich auf. Ich zitterte. DIe Beine wollten nicht mehr, ich wollte nicht mehr. Pause. Dann das Unwort: "Spritze". Ich wußte, das Ende war nunmehr nah. Unaufhaltsam.

Als der Pieks kam, war ich schon fast über der Schwelle. Mehr als ein fauchendes Knurren ging nicht mehr. Ich bin fertig. FIx und alle. Nur raus hier.
Herrchen sah es wohl ähnlich. Er zahlte meine Kaution, 30,- und raus hier. Nichts wie weg.

Den Rest des Tages verbringe ich schlafend. Lasst mich bloß in Ruhe. Ich bin der Hölle entkommen.

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